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Diabetes

Die Behandlung mit Tabletten

 

Tabletten Führen Gewichtsreduktion und die Steigerung der körperlichen Aktivität nicht zur gewünschten Blutzuckersenkung, wird der Arzt als nächsten Schritt eine Behandlung mit Tabletten einleiten.

Vor nunmehr fast 50 Jahren wurden die ersten brauchbaren Tabletten zur Diabetes mellitus-Behandlung vorgestellt. Seit 1990 ist der Tablettenmarkt zur Behandlung des Typ-2-Diabetes weltweit explodiert. Mittlerweile stehen vier bzw. fünf Substanzgruppen zur Einzel- und Kombinationstherapie zur Verfügung.

Biguanide

Sie sind besonders zur Behandlung des übergewichtigen Diabetikers geeignet. Biguanide bremsen die Zuckerneubildung in der Leber, verbessern die Zuckerverwertung in der Muskulatur und verlangsamen die Zuckeraufnahme ins Blut. Metformin, der wichtigste Vertreter dieser Gruppe, begünstigt außerdem die Gewichtsabnahme und senkt auch die Triglyzeride im Blut. Deshalb können Patienten mit metabolischem Syndrom besonders von dieser Therapie profitieren. Wegen möglicher Magen-Darm-Unverträglichkeiten sollte auch hier die Therapie "einschleichend" begonnen werden. Außerdem müssen bestimmte Gegenanzeigen wie Nieren- Herz- und Lungenerkrankungen beachtet werden.

Sulfonylharnstoffe

Sulfonylharnstoffe begünstigen die Freisetzung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse in die Blutbahn. Voraussetzung ist also eine noch ausreichende Restproduktion an Insulin. Wegen des Vorhandenseins neuerer Substanzgruppen kommen die Sulfonylharnstoffe vor allem bei fortgeschrittenem Insulinmangel zum Einsatz.Auch bei den Sulfonylharnstoffen ist eine langsam beginnende Behandlung angebracht, um überschießende Blutzuckersenkungen (Hypoglykämien) zu vermeiden. An weiteren Nebenwirkungen können auftreten: Gewichtszunahme, seltener Allergien, Blutbildveränderungen, Magen-Darm-Störungen oder Leberveränderungen. Sulfonylharnstoffe können mit Insulin, Alpha-Glucosidase-Hemmern oder Glitazonen kombiniert werden.Der wichtigste Vertreter dieser Stoffgruppe ist heutzutage das Glibenclamid.Glitazone (Insulinsensitizer)Diese neue Substanzgruppe ist im Jahr 2000 auf den europäischen Markt gekommen, allerdings nur für die Kombinationstherapie mit Metformin oder Sulfonylharnstoffen. Sie vermindern die Insulinresistenz, weil sie die Insulinempfindlichkeit, besonders im Muskel erhöhen. Daher spricht man auch von den "Insulinsensitizern" (Insulin-"Empfindlichmacher"). Die Medikamente dürfen nicht bei Herzinsuffizienz verabreicht werden, ebenso nicht in Kombination mit Insulin. Wegen möglicher Leberschäden sollten die Leberenzyme regelmäßig kontrolliert werden.Bekannte Vertreter sind Rosiglitazon und Pioglitazon. Da diese Wirkstoffe noch recht neu sind, ist eine abschließende Bewertung durch Langzeitstudien noch nicht möglich.GlinideDie Glinide stimulieren ähnlich wie die Sulfonylharnstoffe die Insulinfreisetzung aus der Bauchspeicheldrüse. Weil die Insulinfreigabe aber schneller und kürzer erfolgt, erlauben sie eine flexible, mahlzeitenbezogene Therapie. Mögliche Nebenwirkungen sind auch hier Unterzuckerungen und Gewichtszunahme. Nateglinide ist bislang in Deutschland nur für die Kombinationsbehandlung mit Metformin zugelassen, Repaglinide für alle Formen der Therapie.Alpha-GlukosidasehemmerDiese Medikament hemmen Enzyme in der Darmschleimhaut, die längerkettige Kohlenhydrate in Einzelzucker spalten. Somit kommt es zu einer verzögerten Aufspaltung der zugeführten Kohlenhydrate und einem verzögerten Anstieg des Blutzuckerspiegels nach einer Mahlzeit. Die Aufnahme von Einfachzuckern (Traubenzucker, Fruchtzucker, Milchzucker) wird jedoch nicht beeinflusst.Diese Medikamente werden häufig in Kombinationstherapien eingesetzt. Die Behandlung wird mit kleinen Dosen vorsichtig begonnen. Häufige Nebenwirkungen sind: Blähungen, Durchfall, seltener Blutbildveränderungen.Die wichtigsten Vertreter dieser Wirkstoffgruppe sind Acarbose und Miglitol.


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