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Diabetes

Neue Behandlungsmöglichkeiten

Von: St.Georgius Apotheke

Automatische "Blutzuckerfühler"

Das Leben eines Diabetikers könnte wesentlich einfacher sein, wenn die Blutzuckermessung quasi "von selbst", z.B. am Handgelenk erfolgen würde. Größtes Problem ist, dass die Messempfindlichkeit von "Blutzuckerfühlern" binnen Stunden nachlässt und außerdem durch verschiedene Einflüsse gestört werden kann.

Mit Hilfe der Mikrodialysetechnik, bei der die Spitze des Blutzuckerfühlers gespült wird, kann der Blutzucker immerhin fortwährend über zwei bis drei Tage gemessen werden.

Berechtigterweise gehen die Wünsche aber weiter im Sinne einer unblutigen Blutzuckermessung. Prinzipiell gelingt dies durch Lichtspektrenmessung im nahen Infrarotbereich. Mehrere methodische Ansätze befinden sich in experimenteller Erprobung.

Leider sind alle Methoden noch viel zu störanfällig, als dass man verlässlich etwas damit anfangen könnte.

Verpflanzung von Langerhansschen Inseln

Im Tierversuch ist es relativ einfach möglich, durch die Übertragung isolierter Langerhansscher Inseln, die das Insulin bilden, einen Diabetes mellitus nachhaltig zu heilen.

Die Anwendung solcher Behandlungsversuche beim Menschen macht seit Jahren allerdings nur langsam Fortschritte.

Bei der Verpflanzung werden die Inselzellen dem Spender injiziert und siedeln sich in der Leber an, wo sie beginnen, Insulin zu produzieren.

Problematisch sind die Abstoßungsreaktionen, die nebenwirkungsreichen Medikamente und die Frage des Langzeitüberlebens der übertragenen Inseln.

Erst ein im Jahr 2000 vorgestelltes neues Verfahren aus Edmonton, Kanada, hat den Hoffnungen neuen Auftrieb gegeben. 12 von 15 transplantierte Typ-1-Diabetiker waren noch zwei Jahre nach der Insel-Verpflanzung "insulinfrei". Mit einer in Gießen entwickelten Methode konnte bisher bei einem Drittel der Patienten, denen eine neue Niere eingepflanzt werden musste, "Insulinfreiheit" erreicht werden.

Interessant sind auch seit einiger Zeit laufende Tierexperimente, bei denen die Inseln in Kunststoffhüllen gleichsam "verkapselt" werden. Damit will man die Abstoßung umgehen, ohne dass die Wirkung des Insulins beeinträchtigt wird.

Wegen des Mangels an Spenderzellen wird zudem versucht, Zellen des Pankreasgangs oder menschliche Stammzellen zur Insulinproduktion zu verwenden.

Insgesamt werden auf die vorgestellten Methoden große Hoffnungen gesetzt.

Gleichzeitige Verpflanzung von Niere und Bauspeicheldrüse

In den letzten Jahren wurde mehrfach die gleichzeitige Verpflanzung einer Niere und eines Teils der Bauchspeicheldrüse durchgeführt. An größeren Klinikzentren kann man damit rechnen, dass ein Jahr nach Verpflanzung die Niere in über 90 Prozent und die Bauchspeicheldrüse immerhin bei mehr als jedem zweiten Patienten noch funktioniert. Natürlich ist der Aufwand riesig. Zielgruppe sind jüngere Diabetiker mit einer dialysepflichtigen Nierenschwäche. In diesem Fall wird man auch in Kauf nehmen, dass die schon erwähnten Medikamente verabreicht werden müssen, welche die Abstoßung der verpflanzten Organe verhindern. Viele der erfolgreich behandelten Diabetiker können dann wieder ein weitgehend normales Leben führen - und das ohne Insulinspritze! Nur in extrem seltenen Fällen hat man sich bisher zu einer alleinigen Verpflanzung der Bauchspeicheldrüse entschließen können, mit allen Belastungen, die eine solche Operation mit sich bringt.

Beeinflussung des Immunsystems

Weil es sich beim Typ-1-Diabetes um eine Autoimmunkrankheit handelt, können das Immunsystem unterdrückende Medikamente (z.B. Ciclosporin A) den Typ-1-Diabetes auch bei Ausbruch noch abschwächen. Leider sind solche Erfolge nur kurzlebig und äußerst nebenwirkungsreich.

Die Verfügbarkeit der Diabetes mellitus-Antikörper-Tests hat aber zu experimentellen Strategien geführt, das endgültige Ausbrechen des Diabetes mellitus in einem frühen Stadium zu verhindern.

Zwei Wege wurden vor allem beschritten:

  • die Behandlung mit Vitamin-D-Abkömmlingen,
  • die frühe (und vorübergehende) Anwendung von Insulin.


Neuere Studien haben ergeben, dass Vitamin D3 das Immunsystem bei Diabetes mellitus-gefährdeten Patienten günstig beeinflussen kann. Somit könnten die zerstörerischen Prozesse in der Bauchspeicheldrüse aufgehalten werden. Diese Medikamente könnte man auch bei einer Inselzell-Transplantation einsetzen.

Auch die vorübergehenden Insulintherapie zur Desensibilisierung und Ruhigstellung der Insulin produzierenden B-Zellen scheint erfolgversprechend zu sein. Hier wurden generell positive Effekte gesehen, das Auftreten eines Typ-1-Diabetes wurde aber nicht in jedem Fall verhindert. Möglicherweise sind innovative Therapieformen eine Art Impfung mit Insulin.


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