Baby im MaxiCosi 1999 verunglückten in Deutschland mehr als 16.000 Kinder als Mitfahrer in einem Pkw. Grund genug, sich ausgiebig mit der Frage zu beschäftigen, welcher Kindersitz der richtige ist.
Entgegen der Fahrtrichtung befestigt: Die Babyschale
Laut Gesetz muss ein Kind entweder 12 Jahre alt sein oder 150 cm groß, um nicht mehr in den Kindersitz zu müssen. Aber für welches Alter eignet sich welcher Sitz? Und worauf ist beim Kauf zu achten?
Wichtig ist das Gewicht
Gemäß der europäischen Prüfnorm ECE R 44 sind Autokindersitze in vier Gruppen eingeteilt worden. Entscheidend sind Gewicht und Körpergröße - und nicht das Alter des kleinen Passagiers.
Auf den Einbau kommt es an
Je fester ein Kindersitz befestigt ist, desto besser. Es gibt jedoch nur wenige Kindersitze, die optimal in jedes Fahrzeug passen und sich wirklich fest einbauen lassen. Unerlässlich ist deshalb ein Probeeinbau, möglichst bei allen Fahrzeugen, die in Frage kommen. Der Kindersitz muss sich fest installieren lassen und sollte danach möglichst nicht wackeln oder verrutschen.
Was besagt die Prüfplakette?
"Universal" bezeichnet die Kategorie, nach der der Sitz zugelassen ist. Darunter kommt die Gewichtszulassung. E ist das europäische Prüfzeichen mit der Kennziffer des Landes dahinter (1=Deutschland). Darunter steht die achtstellige Zulassungsnummer.
Quellen: Baby und die ersten Lebensjahre 03/2001, Online-Seite der Verkehrswacht Mannheim: www.kvw-mhm.de
Kindersitz Gruppe 0
Anwendungsbereich: Geburt bis etwa 10 Kilo Körpergewicht (ca. 9 Monate). Modelle der Gruppe 0+ dürfen bis zu einem Gewicht von 13 Kilo (ca. 18 Monate) benützt werden. Alle Babysitze haben integrierte Gurtsysteme. Es gibt folgende Varianten:
Babywannen, in denen das Kind liegt. Die Wanne (oft ein für diese Verwendung zugelassener Kinderwagenaufsatz) wird auf dem Rücksitz angeschnallt. Das geht jedoch nur kurze Zeit und ist den meisten Eltern bald zu umständlich.
Babyschalen sind sehr populär. Sie ermöglichen dem Baby eine halb liegende Haltung, werden auf dem Rücksitz meist gegen die Fahrtrichtung befestigt. Dank des Tragegriffs können Sie die Schale samt Kind herausheben und transportieren. Nachteil: Babyschalen werden häufig schon im zweiten Lebenshalbjahr zu klein, weil der Kopf des Kindes über die Rückenlehne hinausragt.
Reboard-Sitze sind eine sehr sichere Alternative. Sie werden ebenfalls gegen die Fahrtrichtung montiert, eine leichte Liegeposition lässt sich einstellen. Allerdings sind diese Sitze kompakter, kaum zum ständigen Rein- und Rausheben geeignet.
Achtung Airbag: In Autos mit einsatzbereitem Beifahrer-Airbag dürfen Sie keine Reboardsitze auf den Beifahrerplatz schnallen. Airbag unbedingt deaktivieren lassen, falls Sie Ihr Kind im Reboardsitz neben sich platzieren wollen. Sonst gehört der Nachwuchs auf die Rückbank.
Autokindersitz für Gruppe I
Kindersitz Gruppe I
Für die Gewichtsgruppe von 9 bis 18 Kilo (ca. 9 Monate bis 4 Jahre). Experten empfehlen, auch in dieser Altersgruppe Kinder nur gegen die Fahrtrichtung, also in Reboard-Sitzen mit integriertem Gurt zu transportieren. Zugelassen sind auch die folgenden Sitzvarianten. Sitze mit Fangkörper, durch den der Auto-Dreipunktgurt geführt wird. Eine Alternative sind Sitze mit eigenem (Hosenträger-)Gurt fürs Kind sowie Sitze mit spezieller Gurtführung, bei denen der Dreipunktgurt mittels Extra-Führung im Schulterbereich Sitz und Kind hält.
Kindersitz Gruppe II
Für die Gruppe von 15 bis 25 Kilo (ca. 4 bis 7 Jahre). Die Varianten: - Sitzerhöher mit und ohne Rückenlehne. Immer muss jedoch der Kopf gestützt werden, sei es durch die Autorückenlehne bzw. -kopfstütze oder eine eigene, zum Erhöher passende Rückenlehne. Vorteil der Kinder-Rückenlehnen: Die vorstehenden Seitenflügel des Kopfteils sorgen dafür, dass die Kinder im Schlaf nicht seitlich wegkippen und geben Schutz bei einem Unfall mit Seitenaufprall. Einfache Sitzerhöhungen sollten nach dem Rat von Unfallforschern erst ab einer Größe von 110 Zentimetern verwendet werden, also etwa ab fünf Jahren.
Kindersitz Gruppe III
Für die Gruppe von 22 bis 36 Kilo (ca. 7 bis 12 Jahre) gibt es Sitzerhöher mit oder ohne (höhenverstellbarer) Rückenlehne. Sehr wichtig ist auf alle Fälle auch hier eine gute Kopfstütze.
Kombisysteme wachsen mit
Einige Anbieter haben - meist erst im Anschluss an die Babyphase - Kombisitze im Sortiment, die mehrere Gruppen abdecken: Sie lassen sich dem wachsenden Kind bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr anpassen. Naturgemäß sind diese Sitze mitunter zwar etwas teurer. Aber dafür brauchen Sie nicht ständig ein neues Modell zu kaufen und können den Sitz auch mal für ein Gast- oder Geschwisterkind einstellen. Es bleibt allerdings das Risiko, dass das Modell ein paar Jahre später in Ihrem neuen Auto nicht ideal ist oder Ihr Schulkind nicht darin sitzen mag. Sie können übrigens durchaus einen gebrauchten Autokindersitz kaufen. Er sollte jedoch unfallfrei sein und die orangefarbene ECE 44-Plakette tragen. Wichtig ist, dass Sie die Original-Bedienungsanleitung haben, damit beim Montieren und Anschnallen keine Fehler passieren.
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