1. Wiegen Sie sich täglich
Eine plötzliche oder langsame Gewichtszunahme kann ein Warnzeichen sein, dass Ihr Körper Wasser einlagert. Wiegen Sie sich daher jeden Morgen nach dem Aufstehen und Wasserlassen, vor dem Frühstück. Notieren Sie die Werte in ein Gewichtstagebuch und nehmen dieses mit, wenn Sie zum Arzt gehen. Wenn Sie in zwei bis drei Tagen ein bis zwei Kilo zunehmen, sollten Sie Ihren Arzt verständigen. Es kann auf eine Entgleisung ("Dekompensation") Ihrer Herzschwäche hinweisen.
2. Gehen Sie sparsam mit Kochsalz um
Kochsalz bindet Wasser. Zu viel davon in der Nahrung kann Wassereinlagerungen begünstigen und die Herzschwäche verschlechtern.
Verzichten Sie auf das Nachsalzen. Vermeiden Sie Lebensmittel, die stark salzhaltig sind (mehr als 1 Gramm Kochsalz pro 100 Gramm enthalten). Das sind beispielsweise Laugengebäck, Käse, Wurst, Schinken, Matjes, Sauerkraut, fertige Salatsaucen, Fertiggerichte (aus der Dose und tiefgekühlt). Salzarm sind z.B. Milch, Joghurt, Quark, frisches Fleisch und Geflügel, frischer Fisch, Kartoffeln, frisches und tiefgekühltes Gemüse und Obst.
3. Trinken Sie nur wenig Alkohol
Regelmäßig und in großen Mengen konsumiert, kann Alkohol einen Herzmuskelschaden verursachen ("alkoholbedingte Kardiomyopathie"), eine bestehende Herzmuskelschwäche verschlechtern, Rhythmusstörungen auslösen und den Blutdruck erhöhen. Geringe Mengen Alkohol scheinen dagegen aus verschiedenen Gründen einen schützenden Effekt auf die Herzkranzgefäße zu haben (Männer weniger als 30 Gramm Alkohol pro Tag, Frauen weniger als 15 Gramm Alkohol pro Tag). Zumindest bei mittelschwerer bis schwerer Herzschwäche sollte auf Alkoholgenuss ganz verzichtet werden.
Zur Orientierung: Ein halber Liter Bier enthält etwa 19 Gramm Alkohol, 0,2 Liter Wein etwa 18 Gramm Alkohol.
4. Hören Sie mit dem Rauchen auf
Rauchen schädigt die Blutgefäße und trägt so dazu bei, dass eine Herzkranzgefäßerkrankung (koronare Herzkrankheit, KHK) entsteht. Weil die Herzkranzgefäße den Herzmuskel mit Blut und Nährstoffen versorgen, fördert Rauchen eine bereits bestehende Herzmuskelschwäche. Wenn der Wille nicht stark genug ist: Nikotinersatzmittel aus der Apotheke (Nikotinpflaster, Nikotinkaugummi) helfen, das Verlangen nach Zigaretten zu bremsen. Zu Art und Dauer der Anwendung lassen Sie sich vom Arzt oder in der Apotheke beraten.
5. Ernähren Sie sich gesund
Verteilen Sie Ihre Mahlzeiten in kleinen Portionen über den Tag. Ihre Ernährung sollte ausreichend Ballaststoffe enthalten (Obst, Gemüse, Salat), wenig tierische Fette und Cholesterin. Bei fortgeschrittener Herzmuskelschwäche kann es notwendig werden, die Trinkmenge zu verringern. Dies sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Kohlensäurehaltige Getränke können den Magen blähen, so dass er von unten gegen das Herz drückt. Gehen Sie daher sparsam damit um.
6. Nehmen Sie Ihre Tabletten regelmäßig
Vergessen Sie nicht, dass die Herzmuskelschwäche fortschreiten kann, wenn sie nicht regelmäßig behandelt wird. Das gilt auch, wenn Sie noch gar keine Beschwerden haben, der Arzt aber eine beginnende Herzmuskelschwäche festgestellt hat.
Nehmen Sie Ihre Medikamente regelmäßig ein. Achten Sie darauf, dass Ihre Vorräte nicht zu Ende gehen, und lassen Sie das Rezept rechtzeitig erneuern. Wenn Sie Ihre Tabletten einmal vergessen, nehmen Sie auf keinen Fall am nächsten Tag eine größere Dosis! Eine Ausnahme können Wasser treibende Mittel (Diuretika) sein. Nach Rücksprache mit dem Arzt kann es sinnvoll sein, deren Menge an die Stärke der Beschwerden anzupassen.
St. Georgius Apotheke
Inh. Helmut Reygers
(Fachapotheker für Offizinpharmazie)
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