Seniorenpaar Jena) - Wer einen Angehörigen pflegt, braucht nach Erkenntnissen einer Jenaer Studie selbst mehr Hilfen der Pflegeversicherung als bisher angeboten werden. Vor allem die psychische Betreuung der Pflegenden werde vernachlässigt, berichtete der Psychologe Martin Pinquart von der Friedrich-Schiller-Universität. Er hatte gemeinsam mit Silvia Sörensen von der Universität Rochester (USA) mehr als 700 internationale Studien ausgewertet, um die Auswirkungen der Pflege auf die helfenden Angehörigen zu untersuchen.
Viele fühlten sich damit überfordert, sagte Pinquart. Oft münde die Belastung durch die Pflege in einer Depression. Manche stellten sich die Frage nach dem Sinn ihres Einsatzes, wenn etwa ihre demenzkranken Eltern sie gar nicht mehr erkennen könnten. Durch ausreichende Psychotherapie- und Bildungsangebote ließen sich solche Zweifel zerstreuen und Problemlösungen finden, urteilen die Forscher. In Deutschland werden derzeit rund 900.000 ältere Menschen zu Hause von Angehörigen gepflegt.
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