Viele Schadstoffe kann man weder sehen, riechen noch schmecken. Dennoch sind sie häufig vorhanden und belasten unsere Umwelt und unsere Gesundheit. Die Folgen können Mattigkeit, Unwohlsein, Allergien oder auch Krankheiten sein. Deshalb ist es wichtig zu wissen, ob und in welchem Maß das persönliche Umfeld damit belastet ist. Wasser enthält eine Vielzahl verschiedener, meist anorganischer Verbindungen. Diese haben auf unterschiedlichen Gebieten eine Bedeutung. Manche sind nur wichtig für Kaffee- oder Spülmaschinen, andere können die Gesundheit beeinflussen. Deshalb werden für die meisten Substanzen im Wasser Grenzwerte in der Trinkwasserverordnung festgelegt. Man kann viele Wasserarten wie Brunnen-, Regen-, Aquarien- oder Schwimmbadwasser einer ganzen Reihe von Tests unterziehen, um die Qualität zu beurteilen. Dazu gehören z.B. die Wasserhärte, der pH-Wert, Schwermetalle wie z.B. Kupfer, Blei, Nickel, Eisen oder Stickstoffverbindungen wie Nitrit, Nitrat und Ammonium. Häufig liefern auch schon Färbung, Trübung und Geruch erste Anhaltspunkte für Qualitätsmängel.
Wasser ist nicht gleich Wasser, auch wenn es farb- und geruchlos ist. Wir informieren Sie über sinnvolle Wasseruntersuchungen, die für die Gesundheit und Umwelt von Bedeutung sind.
Wir untersuchen Ihr Teich-, oder Brauchwasser auf evtl. Verunreinigungen. Für die Wasseranalyse geeignete Flaschen können in der Apotheke erworben werden. Es handelt sich um sterile, vor lichtgeschützte Gewindeflaschen (250 ml)zu einem Preis von 1.30 Euro.
Falls Sie eine eigene Flasche verwenden, achten Sie bitte darauf, dass sich keine Spülmittelreste in der Probenflasche befinden. Zur Aufnahme der Probe sollte das Behältnis mehrmals mit dem zu untersuchenden Wasser gespült werden, luftblasenfrei befüllt und sofort gut verschlossen werden. Sie sollten darauf achten, dass die zu untersuchende Wassermenge ca. 5 bis 10 Minuten nach dem Öffnen des Wasserkranes abgefüllt wird und uns möglichst frisch am Morgen des Untersuchungstages in die Apotheke geliefert wird.
Wir bitten um vorherige telefonische Terminabsprache!
Wasseruntersuchungen führen wir von Montags bis Freitags durch (Annahmeschluß ist 10 Uhr). Wenn Sie uns morgens Ihr Teich-, oder Brauchwasser zur Untersuchung bringen, können Sie am gleichen Tag noch das Ergebnis erfahren.
Kosten : pro Untersuchung 7,50 Euro (pro Parameter) bei einer Komplett-Analyse betragen die Kosten 60,00 Euro.
Wir untersuchen auf :
- Nitrat
- Nitrit
- Eisen
- PH - Wert
- Gesamthärte
- Carbonathärte
- Ammonium
- Kupfer
- Mangan
Sollten Sie Fragen haben, stehen wir Ihnen gern auch telefonisch bereit. Ansprechpartner Labor : Frau Köpke oder Frau Elsinghorst
1. Nitrat
Nitrat ist in geringen Mengen in fast jedem Wasser enthalten. Unbeeinflusste Oberflächenwasser enthalten bis zu 10 mg /l Nitrat. Grundwasser enthalten bis zu 100 mg/l Nitrat. In Nitratballungsgebieten mit hoher landwirtschaftlicher Produktion und jahrelanger Stickstoffdüngung kann der Nitratgehalt sogar 300 mg /l betragen.
Ein erhöhter Nitratgehalt führt bei Säuglingen zur Cyanose durch Methaemoglobinbildung, da sie keine entsprechenden Enzyme zum Abbau besitzen. (Erstickungstod)
Grenzwert, der nicht überschritten werden sollte : 50 mg/l
2. Nitrit
Ammonium, Nitrit und Nitrat sind häufig vorkommende Verunreinigungen, die als Eiweissabbauprodukte in Abwässern aus Haushalten, Schulen usw. auftreten.
Nitrit in Gewässern ist ein wichtiger Verschmutzungsindikator, der durch Bakterien in Trinkwasserleitungen bedingt sein kann.
Grenzwert, der nicht ueberschritten werden sollte : 0,03 mg/l
3. Eisen
Eisen kommt dann, wenn Korrosionsvorgänge ablaufen vor. Erhöhte Eisengehalte im Trinkwasser führen zu Ablagerungen und Verschleimungen im Rohrnetz (durch Besiedelung mit Eisenbakterien).
Fische werden bereits bei 0,9 mg/l und bei ph-Werten zwischen 6,5 und 7,5 getötet.
Grenzwerte, die nicht überschritten werden sollten : 0,2 mg/l
4. ph - Wert
Der ph - Wert ist ein Maß für die Acidität und Alkalität einer wässrigen Lösung.
kleiner 3 extrem sauer
3,0 - 3,9 sehr stark sauer
4,0 - 4,9 stark sauer
5,0 - 5,9 mäßig sauer
6,0 - 6,9 schwach sauer
7,1 - 8,0 schwach alkalisch
9,1 - 10,0 stark alkalisch
10,1 - 11,0 sehr stark alkalisch
größer 11 extrem alkalisch
Im Trinkwasser bei ph - Werten unter 6,8 entstehen Korrosionsprobleme. Bei ph - Werten unter 6,0 und über 9,0 besteht Gefahr für Fische.
Grenzwerte, die nicht über- bzw. unterschritten werden sollten : 6,5 - 9,5
5. Gesamthärte
Härtebildner finden sich in fast allen natürlichen Gewässern.
Unter der Gesamthärte versteht man die Summe der Calcium- und Magnesiumsalze. Also auch alle z.B. Carbonate, Hydrogencarbonate, Sulfate, Chloride usw. zählen zu den im Wasser vorhandenen Härtebildnern.
Hartes Wasser ist ungünstig z. B. bei der Entwicklung von Filmen, bei der Kaffee- und Teezubereitung, zur Verwendung als Waschwasser, zu kosmetischen Zwecken und noch vieles mehr.
Sehr hartes Wasser führt beim Erhitzen in Rohrleitungen zu Verkalkungen und Verkrustungen. Weiches Wasser eignet sich nicht als Fischgewässer.
Wasserhaerte :
0 - 4 dH sehr weich
4 - 8 dH weich
8 - 18 dH mittelhart
18 - 30 dH hart
größer 30 dH sehr hart
6. Carbonathärte
Der Teil der Calcium- und Magnesiumsalze, die im Wasser als Carbonate, also in Form der Salze der Kohlensäure vorliegen, wird als Carbonathärte bezeichnet. Die Carbonathärte wird in deutschen Härtegraden oder in Grad Carbonathärte angegeben.
In der Teichwirtschaft wird an Stelle der Carbonathärte häufig das Säurebindungsvermögen (SBV) ermittelt. Beide Begriffe bezeichnen das Gleiche, nur werden verschiedene Masseinheiten verwandt. Das Säurebindungsvermögen lässt sich bei natürlichem Wasser leicht rechnerisch ermitteln, indem man den Wert für die Carnbonathärte durch 2,8 teilt.
Außer der Carbonathärte sollte immer auch die Gesamthärte bestimmt werden. (Summe der Erdalkaliionen)
7. Ammonium
Ammonium entsteht als Zwischenprodukt beim Abbau stickstoffhaltiger, organischer Substanzen: z. B. bei menschlichen oder tierischen Ausscheidungen.
In der Landwirtschaft kommt es vor durch Ausschwemmung von ammoniakhaltigen Düngern. Im Oberflächenwasser tritt Ammonium in Konzentration von 0 - ca. 10 mg/l auf und stellt dabei einen guten Indikator für die Güte von Fliessgewässern dar.
Ammoniak steht mit Ammonium in einem ph - Wert abhängigem Gleichgewicht. Je höher der ph - Wert ist ( zum Alkalischen hin ph - Wert 6 - 10), desto höher ist der prozentuale Anteil an Ammoniak. Dieses ist ein starkes Fischgift mit einer Konzentration von ca. 1 mg/l.
Grenzwerte, die nicht überschritten werden sollten : 0,5 mg/l
8. Kupfer
Kupfer kommt in natürlichen Wässern nicht vor. Wird es dennoch gefunden, so stammt es aus industriellen Abwässern, Pflanzenschutzmitteln oder korrodierten Armaturen.
In Gebieten mit grosser Wasserhärte und aggressiver Kohlensäure sollten Kupferrohre entweder vermieden werden oder durch Enthärtungsanlagen geschützt werden, da Korrosionsvorgänge unvermeidbar sind.
Grenzwerte, die nicht überschritten werden sollten :
(hier geben die verschiedensten Organisationen und unterschiedlichsten Werte an )
WHO (Weltgesundheitsorganisation): 0,05 mg/l
EG (Europäische Gemeinschaft): 0,1 mg/l
Richtwert laut Trinkwasserverordnung (nach 12 Stunden Standzeit im Rohr): 3 mg/l
Höchstwert fuer Fischereigewässer: 0,04 mg/l
Angaben ohne Gewähr
9. Mangan
Mangan kommt als Manganhydroxid im Erdboden vor. Bei einer Eigenwasserversorgung kann es zu Ablagerungen von Manganhydroxid in Leitungen kommen. Häufig sind auch Heizstäbe der Waschmaschinen befallen. Dadurch kann es zu Verfärbungen der Wäsche kommen, die nicht mehr zu entfernen sind. Um dieses zu vermeiden kann ein Manganfilter eingesetzt werde.
Die Mangankonzentration sind bei Fischereigewässern zu beachten. Wenn auch die tödlichen Konzentrationen für Mangan sehr hoch liegen ( Forelle 75 mg/l, Karpfen 600 mg/l, Schleien 1200 mg/l ), sollten Aufzuchtgewässer möglichst geringe Mangankonzentrationen aufweisen:
0,1 mg/l gelten für Karpfen
0,05 mg/l gelten für Forellen
als tolerierbare Konzentrationen. Bei höhren Werten muss mit Langzeitschäden gerechnet werden.
Grenzwerte, die nicht überschritten werden sollten :
Laut Trinkwasserverordnung: 0,05 mg/l
Für Fische: 0,23 mg/l